BIENENJAHR

bienenstand_01Hier möchte ich Dir vorstellen, wie ein für mich typisches Bienenjahr abgelaufen ist, als ich noch voll aktiv sein konnte.
Für mich ist gerade dieser Teil, meiner Website, ein ganz ein wichtiger.
Um diesen Teil zu gestalten war ich gezwungen mich mit den letzten Jahren meiner Imkerei geistig auseinanderzusetzen, bzw. nach alten Bildern zu stöbern.
Viele Erinnerungen wurden zum Leben erweckt – Es war eine verdammt schöne Zeit.

März

Üblicherweise ist um diese Jahreszeit bei den Bienenstöcken noch nicht wirklich viel zu machen. Ich gehe meine Standorte ab, und kontrolliere, ob rein optisch alles in Ordnung ist.
Gibt es eventuell Anzeichen von Vandalismus, oder sind sonstige Schäden aufgetreten?
Durch leichtes Anheben der Bienenstöcke ermittle ich, ob sich in den Bienenstöcken noch genügend Futter befindet. Falls dies nicht der Fall ist kann man Futterwaben aus jenen Stöcken, in welchen zu viel Futter ist, dazuhängen. Gibt es diese Möglichkeit nicht, so legt man in der oberen Zarge, auf die Rähmchen einen Futterteig.
Desweiteren entnehme ich aus den Bienenstöcken ‚Totenfall‘ – diesen untersuchen wir in unserem Imkerverein auf ‚Nosema‘.
(DAVON EINIGE BILDER)
Früher haben wir auch auf ‚Tracheenmilbe‘ untersucht – dies ist jedoch nicht mehr relevant.

 


April

… endlich ist’s soweit, das Frühjahr läßt sich nicht mehr aufhalten. Die Arbeit im Freien, in der Natur, nimmt immer mehr zu – Endlich wieder bei den Bienen !
Es erfolgt die so genannte Auswinterungs- und Frühjahrsrevision.
Die Bienenstöcke werden auf ‚Weiselrichtigkeit‘ kontrolliert.
Weisellose und schwache Völker werden mit weiselrichtigen vereinigt, oder aufgelöst. Der Bienensitz wird, falls notwendig, korrigiert.
Die Obstbäume blühen, das Trachtangebot nimmt zu. (DAZU EINIGE BILDER)
Wir entfernen die restlichen, nunmehr nicht mehr benötigten Futterwaben.
Die rechtzeitige Erweiterung, Raumgabe ist nunmehr sehr wichtig.

Willst Du Sortenhonige, so ist es nun Zeit in den ‚Raps‘ zu wandern. Die dafür vorgesehenen Stöcke müssen rechtzeitig darauf vorbereitet werden. Bei ‚Nacht und Nebel‘ geht es los – Hans und Gerhard sind dabei. (BILDER ZUR WANDERUNG)

Eines der schönsten Ereignisse für mich war, neben dem ‚Weihnachtsverkauf‘, der ‚Osterverkauf‘ am Ostermarkt im ‚Schloss Neugebäude, in Simmering. Auch auf den ‚Gartentagen‘ habe ich einen Verkaufsstand gehabt. (BILDER DAZU HIER)

 


Mai

Besonders im Mai neigen die Bienen zum ‚Schwärmen‘.
Um dies zu verhindern, kontrollieren wir in regelmäßigen Abständen unsere Bienenvölker auf ‚Weiselzellen‘.
Ist ein Volk einmal in Schwarmstimmung, so werde ich alleine durch das Ausbrechen der Weiselzellen das Schwärmen auf Dauer nicht verhindern können.
Eine Möglichkeit, das Schwärmen zu verhindern, ist die Bildung eines ‚Fluglings‘. Außerdem könnte man diese Gelegenheit gleich dazu nutzen, um einen ‚Wabenableger‘ zu bilden. (HIER BILDER ZUM SCHWÄRMEN)

Um Deine Produktpalette zu erweitern, könntest Du nun damit beginnen Blütenpollen zu gewinnen. Dazu benötigst Du vor den Fluglöchern sogenannte ‚Pollenfallen‘.
Den Bienen wird dabei der Blütenpollen abgestreift. Dieser fällt durch ein Gitter in eine Lade und wird dort gesammelt. Abends werden diese Laden durch uns Imker entleert. Nun muss der Blütenpollen noch gereinigt und getrocknet werden. Abgefüllt in Gläser hast Du ein weiteres Produkt für Deine Kunden. (DAS KÖNNTE SCHON DEIN BLÜTENPOLLEN SEIN)

Aus den Stöcken mit welchen ich in den Raps gewandert bin, werden die Waben ausgeschleudert und wieder aufgesetzt – die Wanderung wird in die ‚Akazie‘, welche zu blühen begonnen hat, fortgesetzt.
Ein Bauer aus Großhöflein verbringt unsere Bienenstöcke mit seinem Traktor, die Hügel hinauf, in den ‚Akazienwald‘.
Er stellt uns auch einen ‚Wassertank‘ zur Verfügung, damit wir für unsere Bienen eine ‚Bienentränke‘ einrichten können. (BILDER VON DER WANDERUNG)

Schon im März/April haben wir in unserem Imkerverein die Möglichkeit gehabt, bei anerkannten Züchtern‘ ‚Unbegattete Königinnen‘ zu bestellen.
Diese werden uns nun übergeben, kommen in ‚Zuchtkästchen‘ und werden ‚feierlich‘ auf unsere Belegstelle in Wien – die Sulzwiese im Lainzer Tiergarten – aufgeführt.
Nach 14 Tagen (Ende Mai / Anfang Juni) können wir die ‚Begatteten Königinnen‘, zur weiteren Verwendung, abholen. (DAVON EINIGE BILDER)

 


Juni

Ab Sommersonnenwende (21. Juni) lege ich in meine Bienenstöcke ‚Propolisgitter‘ ein, um so die Propolis zu gewinnen. Vorher macht es wenig Sinn, da der ‚Wachsanteil‘ am Gitter zu groß wäre. (DAZU BILDER)

Meine Bienenstöcke aus Großhöflein ziehe ich nach dem Abernten der Akazie ab, und wandere weiter nach Alpl (Rosegger’s Waldheimat), um dort Waldhonig zu ernten.
Neben unserem langjährigen Urlaubsquartier habe ich für die Aufstellung der Bienenstöcke schon alles vorbereitet. (WANDERUNG NACH ALPL)

Momentan gibt es für mich keine besondere Veranstaltung, auf welcher ich meine Produkte verkaufen könnte, aber der Verkauf in den ‚Pensionistenheimen‘ geht weiter. (HIER IN BRIGITTENAU)

 


Juli

Nach der letzten Blütentracht, dies ist in Wien ca. Mitte Juli, werden die Honigzargen mit den verdeckelten Honigwaben von den Bienenstöcken abgenommen und bienendicht in die Imkerei verbracht.
(Abräumen der Bienenstöcke)

In der Imkerei werden die Honigwaben aus den Honigzargen entnommen und einer weiteren Verarbeitung zugeführt.
Die Honigwaben sollten so rasch als möglich zur Schleuderung gelangen, damit sie noch die Bienenstockwärme besitzen.
Die Imkerei sollte ebenfalls bienendicht sein und der Zustand des Schleuderraums sollte die Anforderungen, welche in der Hygieneverordnung gefordert werden, erfüllen.

Nunmehr wird Honigwabe für Honigwabe auf einen Wabenhalter über die Entdeckelungswanne gestellt und mit einer Entdeckelungsgabel entdeckelt.
Das Entdeckelungswachs fällt dabei in die Entdeckelungswanne.
Die entdeckelten Honigwaben werden in die Honigschleuder gehängt.

Die Honigwaben werden ausgeschleudert.
Der ausgeschleuderte Honig sammelt sich am Boden der Honigschleuder (in unserem Fall handelt es sich um eine 4-Waben Selbstwende Honigschleuder) und tritt durch einen Ablasshahn aus. Er durchläuft ein Doppelsieb, welches Wachsteilchen zurückhält und rinnt in einen Honigeimer.

Der Honig wird in einen Abfülltopf geleert aus welchem er in die Gläser abgefüllt wird.
Während des Abfüllens wird das Füllgewicht mittels einer elektronischen Waage kontrolliert.

Und was geschieht mit den Waben ??? …
Die Waben werden in einem Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen.
Vor dem Einschmelzen müssen wir jedoch das Wachs nach Altwabenwachs und Entdeckelungswachs trennen.
Aus dem Entdeckelungswachs stellen wir Mittelwände für unsere Bienenstöcke her und halten so unseren eigenen Wachskreislauf aufrecht.
Das Wachs der Altwaben verwenden wir für die Kerzenherstellung.
Bebrütete Waben werden von mir eingeschmolzen – unbebrütete Waben können risikolos aufbewahrt werden.
(DAZU EINIGE BILDER)
Nach dem Abräumen beginnen wir sofort mit dem Einfüttern und der Varroabehandlung.

 


Mit dem Abräumen der Bienenstöcke endet das alte Bienenjahr –
Das neue Bienenjahr beginnt mit dem Einfüttern und der Varroabehandlung –
Fehler, welche jetzt gemacht werden sind kaum mehr zu korrigieren und wirken sich negativ auf das nächste Jahr aus.


August / September

Mitte Juli, nach dem Abräumen, haben wir sofort mit dem Einfütter und der Varroabehandlung begonnen.
Diese Tätigkeit setzt sich über den August fort und sollte bis September abgeschlossen sein.

Was geschieht ? …
Die Honigzargen werden abgenommen, es erfolgt der Rückbau der Bienenstöcke auf die für die Überwinterung notwendige Größe. Ich bin dafür, mit ‚Zander Flachzarge‘, auf drei Zargen zu überwintern. Dann kann im Frühjahr, bevor die Königin zu brüten beginnt, die unterste Zarge (mit den ältesten Waben) komplett entfernt werden.
Das Einfüttern erfolgt abwechselnd mit der Varroabehandlung.
Zum Einfüttern nehme ich ‚Apiinvert‘. Man kann jedoch selbstverständlich auch eine ‚Zuckerlösung‘ nehmen, was auch billiger kommt. Insgesamt werden in etwa 16 bis 20 kg Futter pro Bienenstock eingefüttert.
Als Varroabehandlung führe ich eine ‚Langzeitbehandlung‘ mit dem ‚Universalverdunster‘ mit Ameisensäure durch.
Die befüllten ‚Universalverdunster‘ werden dabei von hinten in die Bienenstöcke auf das Bodenbrett gestellt. Als Ergänzug dazu führe ich im Anschluss daran noch eine Stoßbehandlung mit Ameisensäure durch.
An einem milden Dezembertag erfolgt zuletzt die Durchführung der Restentmilbung mit „Bienenwohl“.
(BILDER VOM EINFÜTTERN UND BEHANDELN)

OHNE BEHANDLUNG GEGEN DIE VARROA – KÖNNTE UNSERE HONIGBIENE NICHT ÜBERLEBEN !

In diesen Monaten hat es auch wieder Verkaufsaktivitäten gegeben. Ich habe immer einen Standplatz beim ‚Kahlenbergerdorfer Dorffest‘, sowie beim ‚Mittelalterfest‘ im ‚Schloß Neugebäude‘ in Simmering gehabt. (ZWEI BILDER HABE ICH GEFUNDEN)


Oktober

Propolissammlerin Im Juni, ab der Sommersonnenwende, habe ich mit dem Sammeln der Propolis begonnen. Nach der Ernte sind die Propolisgitter, in Plastiksackerl verpackt in die Tiefkühltruhe gekommen. Nun, da bei den Bienenstöcken vorerst nichts zu tun ist, habe ich Zeit, die gesammelte Propolis weiterzuverarbeiten.
Die Propolis (durch die Kälte der Tiefkühltruhe ’spröde‘) wird von den Propolisgittern abgerieben. Die so gewonnene Rohpropolis wird gemahlen und mit Weingeist angesetzt.
Die nunmehr erhaltene Propolislösung wird filtriert und in geeignete Fläschchen abgefüllt. Ein Teil davon wird von mir selbst für die Herstellung der Creme benötigt.
Geerntete Propolis Ich bevorzuge die Herstellung nach Drescher. Als Zutaten sollten nur qualitativ hochwertige Rohstoffe verwendet werden.
Ein sauberer Arbeitsplatz, sowie saubere Geräte sind Grundbedingung.
Bei der Etikettierung gilt es, ebenso wie beim Honig, die gesetzlichen Auflagen zu beachten.
Die Herstellung der Propolistropfen, sowie der Propoliscreme ist ordnungsgemäß den zuständigen Behörden zu melden.
DAVON EINIGE BILDER

 


November

euleNeben unserem Honig und der Propolis haben wir im Laufe des Bienenjahres noch ein wertvolles Produkt, nämlich Bienenwachs, gewonnen. Daraus stellen wir nicht nur unsere Mittelwände her, sondern verwenden das ältere Wachs zum Herstellen von Wachsprodukten, als Ergänzung unserer Produktpalette.
Weihnachten rückt immer näher – die Weihnachtsmärkte werden schon bald eröffnet – diese Zeit bietet uns Imker die Möglichkeit unsere Verkaufsaktivitäten zu verstärken.
Die ganze Familie beteiligt sich an der Herstellung der Wachsprodukte. Mein Schwiegersohn gießt Kerzen, während ich die Herstellung von ‚Mittelwandkerzen‘ bevorzuge.
Die gegossenen Wachsprodukte werden, durch meine Tochter, noch bemalt und für den Verkauf verpackt. Meine Tochter und mein Schwiegersohn haben auf dem Flohmarkt einen Schaukasten gefunden, gekauft und aufgestellt. Darin präsentieren wir unsere Weihnachtsware. Der Schaukasten ist vor deren Haus aufgestellt und soll zusätzliche Kunden anlocken.
DAVON EINIGE BILDER

 


Dezember bis Februar

Der Dezember ist für uns Imker die beste Gelegenheit, neben ‚Ostern‘, um unsere wertvollen Produkte zu verkaufen. Auf allen größeren Plätzen in der Stadt werden Weihnachtsmärkte abgehalten.
Hast Du schon einmal einen Weihnachtsmarkt ohne ‚Imker‘ gesehen? – Ich nicht.

Auch handwerklich gibt es für uns Imker genug zu tun.
Es gilt Vorbereitungen für das nächste Jahr zu treffen. Wenn ab März die Arbeit bei den Bienenstöcken wieder beginnt, müssen die Geräte, Beutenteile, etc. – gereinigt und überholt zur Verfügung stehen.
(BILDER AUS DER WERKSTATT)


Das ‚Bienenjahr – 2014‘

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